Newsletter 05/2007
Konzeptsalon oder...? Welcher Weg ist für mich richtig?
Erinnern Sie sich noch? Im Film Herr der Ringe ziehen die Gefährten nach Mordor. Unter der Führung des Zauberers Gandalf ziehen sie auch durch die Mienen von Moria. Schließlich gelangen sie an eine Weggabelung mit drei Ausgängen. Dem Zauberer fällt der Weg nicht mehr ein. Nach einer geraumen Weile entscheidet er sich für einen der drei Wege. Seine Argumentation sinngemäß: »Ich weiß den Weg nicht mehr, aber dieser stinkt nicht so sehr wie die anderen.«
An diese Filmsequenz musste ich denken, als ich über die aktuelle Marktsituation der Friseurbranche nachdachte. Nach Jahrzehnten der scheinbaren Ruhe bricht eine wahre Welle an Franchise-, Partner und Konzeptmodellen auf den Friseurmarkt herein. Die Stimmung an der Friseurfront kocht und brodelt. Es drängt sich der Eindruck auf, dass entweder alle Friseure auf einmal den Stein der Weisen gefunden haben oder jeder, der eine Schere kennt, ein Konzept veröffentlicht und verkauft. Auch hier drängt sich mir wieder ein Bild auf. Vor etwa 7 Jahren erzählte mir jeder Taxifahrer, in welche Aktie er gerade investiert hätte und weshalb dies ein heißer Tipp sei. Den Ausgang dieser Hype dürfte jeder von Ihnen noch im Gedächtnis haben.
Ich bin davon überzeugt, dass es heute einige funktionierende Friseur-Konzeptsysteme gibt, bei denen sowohl die Lizenzgeber, wie auch der Lizenznehmer Geld verdienen können. Ich bin aber ebenso überzeugt, dass es einige der heute so heiß verkauften Friseur-Konzepte in der heutigen Form im Jahre 2010 nicht mehr geben wird. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Machen Sie niemals einen Friseur-Konzeptsalon aus Angst, ein anderer könnte Ihnen zuvorkommen, heraus auf. »Schuster bleib bei deinen Leisten.« An dem Wahrheitsgehalt dieses Spruches hat sich seit Jahrhunderten nichts geändert. Wenn Sie mit Leib und Seele ein Einzelunternehmer sind, der seine Erfüllung in einem selbstgeführten Salon sieht, sollten Sie noch nicht einmal im Traum an die Erweiterung denken. Wenn Sie aber den »Drive« zur Erweiterung haben, so gehen Sie es professionell an. Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Wege: Entweder Sie entwickeln Ihr eigenes Friseur-Konzept oder Sie kaufen sich die Lizenz eines bestehenden Friseuranbieters.
Wenn Sie sich eine Friseur-Lizenz kaufen, so sollten Sie sich folgende Gedanken machen:
- Bin ich als Friseur und Mensch lizenzfähig? Bin ich in der Lage und Willens, den Vorgaben eines Lizenzgebers zu folgen?
- Ist das Friseur-Konzept für meine Region umsetzbar? Nicht jedes Großstadtkonzept passt beispielsweise auch auf´s flache Land und umgekehrt.
- Ist das Friseur-Konzept wirtschaftlich tragfähig? Lassen Sie sich genaue Zahlen, Daten und Fakten präsentieren. Professionelle Lizenzgeber stellen Ihnen diese Eckdaten gerne und mit Stolz zur Verfügung.
- Ist das Friseur-Konzept langfristig ausgelegt? Ist das Friseur-Konzept nur ein Trendsetter oder steckt langfristig Substanz dahinter?
- Kann ich mich mit dem System identifizieren? Namen und Personen können wechseln, das Programm bleibt. Konzentrieren Sie sich daher auf die Inhalte und nicht die Verpackung.
- Habe ich mein aktuelles Friseurunternehmen im Griff? Bevor Sie etwas neues anfangen, sollten Ihre Hausaufgaben gemacht sein. Ein neues Friseurunternehmen löst in den wenigsten Fällen die Probleme des alten usw.
Wenn Sie ein eigenes Konzept entwickeln wollen, so muss Ihnen klar sein, dass Sie dafür Zeit, Energie und Geld investieren müssen. Dafür ist es aber dann auch Ihr eigenes Baby.
Egal wofür Sie sich entscheiden, nehmen Sie sich dafür genügend Zeit. Wenn Sie sich aber entschieden haben, dann darf Sie nichts mehr aufhalten. Wenn Sie sich sicher sind, kann Ihnen der Crash nach der Hype nichts mehr ausmachen. Sie baden dann in den platzenden Blasen, wie Siegfried im Blut des getöteten Drachens.
Die Website, Ihr Auftritt im www
Es stellt sich heute nicht mehr die Frage, Internet oder nicht Internet. Der eigene Internetauftritt ist heute ein absolutes Muss. So reizvoll das Internet als Werbemedium auch sein mag, so anspruchsvoll ist es auch. Vor Jahren mokierten wir uns noch über Spinnweben und Mäusekot in Schaufenstern von Friseuren. Das gehört heute weitgehend der Vergangenheit an. Heute stolpern wir vielmehr über die neuen Spinnweben im Internet. Einmal erstellt und online gestellt, fristen viele Friseur-Homepages ein kümmerliches Dasein. Hier wurde die Grundidee des Internets grundlegend missverstanden. Das Internet ist kein Medium für die Ewigkeit, sondern vielmehr für den Moment. Damit spiegelt es die Friseurbranche wie kaum ein anderes Medium wieder. Das Internet ist schnelllebig, bunt, aufsässig, rebellisch, visionär, eben laut und schrill. Und vor allem, es verändert sich enorm schnell. Wie oft waren Sie schon beim Surfen auf einer Homepage, die im Jahre 2004 das letzte Mal aktualisiert wurde. Was hilft es, wenn die Pressemitteilungen Mitte 2005 enden, wenn Mitarbeiter abgebildet sind, die sich bereits vor Jahren selbständig gemacht haben. Die Liste ließe sich beliebig fortführen, doch genug davon, ich weiß, dass Sie verstanden haben. Aber bitte belassen Sie es nicht beim Verstehen, ändern Sie etwas und zwar sofort. Wenn Sie nicht wissen, was Sie als nächstes anpacken sollen, so lassen Sie sich beraten, unsere Grafiker stehen Ihnen gerne zur Verfügung.
Ein Tipp am Rande: Füllen Sie Ihre Homepage mit Inhalten. Ergiebig und gern genutzt sind die Friseurtipps. Orientieren Sie sich dabei ganz einfach an den Frauenzeitschriften. Hier finden Sie Tipps und Tricks, die eigentlich von Ihnen für Ihre Kunden kommen sollten.
Aus aktuellem Anlass:
Abmahnungswelle wegen Bildern im Internet ohne Bildrechte.
Aktuell sind wieder einmal findige Zeitgenossen auf den Trichter gekommen. Sie durchsuchen das Internet nach Bildern ohne Bildrechte für das Internet. Im aktuellen Fall kostete dies einer Friseurin 5.000,- €. Bitte prüfen Sie daher, ob Sie die Bildrechte für Ihre im Internet eingesetzten Bilder haben. Hinterfragen Sie auch, ob diese Bilder explizit für das Internet freigegeben sind. Unwissenheit schützt auch hier vor Strafe nicht.
Impressumspflicht bei Homepages:
Achten Sie bitte auch auf die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben des Impressums. Folgende Daten müssen vorhanden sein (§ 6 Satz 1 TDG): Name und Anschrift des Anbieters, Informationen zur schnellen Kontaktaufnahme, Angabe des Vertretungsberechtigten, Angabe der Aufsichtsbehörde, Register und Registernummer, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Diese Informationen müssen nach dem Wortlaut des Gesetzes leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein.
In eigener Sache:
Wir sind soweit, die bereits angekündigte Digitaloffensive kann nun in die Tat umgesetzt werden. Auf Wunsch erhalten Sie zukünftig sowohl den Blickpunkt, wie auch den Salonvergleich in digitaler Form.
Geben Sie uns einfach Ihre E-mail-Adresse und Ihre schriftliche Einverständniserklärung und Sie erhalten monatlich Ihre Daten per Internet.
Neubeginn:
Frau Conny Lohse geht neue Wege. Die erste Mitarbeiterin der Unternehmensberatung Peter Zöllner, Frau Conny Lohse, verlässt auf eigenen Wunsch nach fünf Jahren das Unternehmen. Durch Ihre Zuverlässigkeit und Freundlichkeit wurde sie eine wertvolle und gern nachgefragte Mitarbeiterin. Wir wünschen ihr neue, interessante Aufgabenfelder und spannende Begegnungen. Wir werden sie in bester Erinnerung behalten. Sie bedankt sich auf diesem Wege bei allen Mandanten für die jahrelange, sehr gute Zusammenarbeit.
Spruch des Monats
"Jesus von Nazareth hat einmal gesagt: »Sucht und ihr werdet finden!« Der Junge hatte damals noch keine Ahnung vom Surfen im weltweiten Internet!" © Willy Meurer, (*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, M.H.R. (Member of the Human Race), Toronto