Newsletter 08/2007
Der jährliche Saloncheck die passende Antwort auf die eigene Betriebsblindheit von Peter Hofmann
Durch alle Gazetten geistert momentan die Rede vom Konzept, Konzeptsalon oder Antworten auf neue Zielgruppen. Viele Friseure fühlen sich damit sehr unwohl, weil sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Noch einmal, es muss nicht jeder Friseur Konzeptsalons betreiben. Wichtig ist nur, dass das, was er tut, gut tut. Die Frage ist nur, was tut er oder sie gut? Um diese Frage sicher zu beantworten, bietet sich ein eigener Saloncheck an. Hört sich im ersten Moment recht hochtrabend und schwierig an, ist es in der Praxis aber gar nicht. Stellen wir uns zunächst einmal gemeinsam die wichtigsten Fragen!
Ihr Unternehmen:
Dabei schauen Sie sich folgende Zahlen an:
- Anzahl der Mitarbeiter
- Anzahl der Arbeitstage aller Mitarbeiter
- Umsätze der Mitarbeiter
- Kundenzahlen der Mitarbeiter
- Investitionen im geschäftlichen und privaten Bereich
- Ergebnis vor Steuern
- Kontostand
Ihre Kunden:
Dabei beschäftigen Sie sich mit folgenden Bereichen:
- Wünsche und Bedürfnisse (Stammkundenbefragung)
- Eindrücke und Zufriedenheit (Testkundenbesuche)
- Kontaktstrecke (Testkundenanrufe)
- Weggebliebene Stammkunden (EDV-Selektion)
- Umsatzstärkste Kunden (EDV-Selektion)
Ihre Mitarbeiter:
Dabei beschäftigen Sie sich mit folgenden Bereichen:
- Wünsche und Bedürfnisse (Mitarbeiterbefragung)
- Qualität (Art und Häufigkeit besuchter Seminare)
- Bezahlung (Lohnsystem, Lohngerechtigkeit)
- Fluktuation (Gründe für Zu- und Abgänge)
- Information (Art und Häufigkeit von Personalgesprächen)
- Auftreten und Outfit (Foto zu Arbeitsbeginn)
Ihr Salon:
Dabei beschäftigen Sie sich mit folgenden Bereichen:
- Sichtbarkeit von Außen (Fotos)
- Preis- /Leistungspräsentation (Innen- und Außen-Fotos)
- Sauberkeit und Zustand (Innen- und Außen-Fotos)
- Waren- und Produktpräsentation (Fotos)
- Sonstiges
Das sind einige Bereiche, mit denen Sie Ihre Performance überprüfen können und ehrlicherweise auch regelmäßig sollten. Durch diesen Saloncheck bekommen Sie einen relativ guten Überblick und gleichzeitig auch die Möglichkeit, selbst objektiv einschätzen zu können, ob und wo akuter Handlungsbedarf besteht.
Mit Betriebsblindheit wird im Volksmund eine routinemäßige Arbeitsweise bezeichnet, an der keine Selbstkritik geübt wird und keine Veränderungsmöglichkeit gesehen wird. Im laufenden Produktionsprozess kann sie zu geringerer Effektivität und somit zum Wettbewerbsnachteil führen. Eine "Betriebsblindheit" kann in der Regel nur durch Anstöße und Impulse von außen - von nicht Betriebsangehörigen - erkannt und verändert werden. Der Begriff wird aber nicht nur für Abläufe innerhalb von Betrieben verwendet, sondern für jegliches unreflektiertes Handeln, das auf Routine beruht. (Quelle: WIKIPEDIA)
"Seminar-hopping" von Peter Hofmann
Heute bei Dieter Keller, morgen bei Pivot Point, übermorgen bei J7 und einen Monat später im Wella-Studio. Es geht nicht darum, die Qualität der einzelnen Seminaranbieter zu bewerten. Was allerdings dahinter steckt, sind jeweils ausgeklügelte Systeme mit eigenen Ideen, eigenen Linien, eigenen Arbeitsweisen, eigenen Philosophien und teilweise auch eigenen Sprachen. Warum machen wir uns das Leben unnötig schwer? Warum beschweren wir uns darüber, wenn Mitarbeiter immer weniger von den Seminaren mitbringen und vor allem dauerhaft im Salonalltag umsetzen? Die Situation ist hausgemacht und wirklich nicht schwer zu erklären. Seminare kosten Geld und das ist auch gut so. Qualität hat nun einmal seinen Preis. Aber bitte setzen Sie Ihr Geld doch sinnvoll ein und investieren in eine Qualifikationslinie. Es zeigt sich allerdings schon ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Immer mehr Mandanten gehen dazu über, einer Schule treu zu bleiben und konstant dort zu schulen. Dabei werden oftmals ausgewählte Trainer zu fixen Terminen in den Salon geholt und es wird ein fest vereinbarter Ausbildungsrahmen trainiert.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Ein Trainer kann sich mit dem Team vertraut machen und Vertrauen schafft Offenheit.
- Die Zielsetzung und die Salonphilosophie kann mit dem Trainer im Vorfeld abgesprochen und abgestimmt werden.
- Die Mitarbeiter werden in heimischer Umgebung trainiert und gefördert.
- Die Kosten für Übernachtung, Reisekosten, Spesen etc. reduzieren sich.
- Die Schulungen können werbewirksam im Salon vermarktet werden.
- Die Qualifikation steht im Vordergrund und nicht das Drumherum.
- Oftmals durch ihre Nationalität behinderte Mitarbeiter können ebenfalls trainiert und weitergebildet werden.
Weiterbildung ist wichtig, sie ist die Grundlage für ein erfolgreiches Unternehmen, darüber sind wir uns sicher einig. Aber wenn Sie es noch nicht getan haben, so beschäftigen Sie sich einmal intensiver mit der Idee einer festen Schule, bzw. einem festen Trainer. Vergeben Sie auch ein festes Weiterbildungsbudget. Üblicherweise wird dies im Rahmen der Jahresplanung im November des Jahres ermittelt. Allerdings zeigt uns die Erfahrung, dass gerade hier geschludert wird. Es werden Mitarbeiter je nach aktuellem Seminarangebot geschult und verschickt.
Überlassen Sie das Seminar-hopping doch bitte den Anderen. Wenn es ein erfolgreicher Weg wäre, warum gibt es dann so viele erfolglose Friseure?
Ferienzeit ist Reisezeit Ein paar Regeln, damit Sie immer richtig geben:
Trinkgeld: Ihre Zufriedenheit entscheidet! Trinkgeld ist immer eine freiwillige Leistung. Sind Sie mit dem Zimmerservice, der hilfsbereiten Kurierbotin oder mit dem Service im Restaurant zufrieden, entscheiden Sie, ob Sie ein Trinkgeld geben möchten. Doch in welcher Höhe sollte es ausfallen?
Das Essen und der Service im Restaurant war hervorragend, dann
können Sie 5 Prozent bis 10 Prozent des Rechnungsbetrages als Trinkgeld geben. Fühlen Sie sich besonders gut bedient, kann das Trinkgeld auch höher ausfallen. Sind Sie allerdings unzufrieden, sollten Sie konsequent überhaupt kein Trinkgeld geben oder den Rechnungsbetrag nur geringfügig aufrunden. Begleichen Sie die Restaurantrechnung via Kreditkarte, legen Sie das Trinkgeld in bar dazu.
Zwischen 5 Prozent und 10 Prozent Trinkgeld ist auch beim hilfsbereiten Taxifahrer üblich. Vorausgesetzt, Sie sind mit seinem gebotenen Service zufrieden. Und im Hotel, wo Ihnen ein hervorragender Service geboten wird, sollten Sie immer ein wenig Kleingeld parat haben. Wird Ihnen der Koffer aufs Zimmer gebracht, geben Sie dem Gepäckträger ca. 1 €. Haben Sie mehr Gepäckstücke, sind sie großzügiger.
Bringt der Wagenmeister Ihr Auto in die Garage bzw. holt es Ihnen, ist ein Trinkgeld von 1 € bis 2 € angemessen. Lassen Sie sich vom Etagenkellner Getränke oder Speisen im Hotelzimmer servieren, gilt die gleiche Regelung, wie im Restaurant, also 5 Prozent bis 10 Prozent des Rechnungsbetrages. Ist Ihr Hotelzimmer immer bestens aufgeräumt und das Bad blitzblank? Hinterlassen Sie dem Zimmermädchen ein Trinkgeld Ihrer Wahl im Zimmer.
Damit geben Sie sicher richtig, viel Spaß beim Reisen und erholen Sie sich gut. Ihr Unternehmen, Ihre Familie und Ihre Mitarbeiter brauchen Sie noch länger.