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Newsletter 04/2008

Trend "Brain Business"

Der private Bildungssektor boomt. In seinem Zuge entwickeln sich neue Lern-, Geistes- und Menschenbilder. Matthias Horx hat auch diesen Trend festgemacht und mit beeindruckenden Zahlen, Daten und Fakten untermauert. Während noch 1992 445.600 Privatschüler 1.991 Privatschulen in Deutschland besuchten, waren es im Jahre 2006 bereits 656.200 Schüler in 2.867 Instituten. Der Trend hält an und Prognosen sagen für das Jahr 2015 870.000 Privatschüler und 3.700 Privatschulen voraus. Was bedeutet dies? Immer mehr Menschen erachten das staatliche Bildungssystem nicht mehr als ausreichend, um die Kinder für die Zukunft fit zu machen. Es zeigt sich hier ein absolutes Armutszeugnis, es zeigt aber auch, dass immer mehr Menschen erkennen, dass Wissen einer der größten Erfolgsfaktoren der Zukunft ist.
Im Einklang mit dem Wissen geht aber auch die Debatte der Bewusstseins- und Gedächtnisleistung einher. Alzheimer und Demenz sind zum Massenphänomen geworden und werden noch stärker an Bedeutung gewinnen. Die Reaktionen der Industrie sind vielfältig. Angefangen beim Lerncomputer über die digitalisierte Form der Encyclopaedia Britannica, bis hin zum Nintendo mit Wissenstest. Der Wissensbedarf ist enorm, alleine die menschliche Trägheit stellt sich dieser notwendigen Entwicklung noch zaghaft in den Weg. Welche Erkenntnisse lassen sich für uns persönlich und als Geschäftsleute ableiten? Zunächst sollten wir uns dem Thema persönlich öffnen. Dabei reicht es in keinem Falle aus, alle vier Wochen ein anderes Schneideseminar zu besuchen. Diese Einseitigkeit ist zwar löblich, aber zielverfehlend. Es geht bei der neuen Wissenskultur um den Überblick, den Transfer und die Fähigkeit, neue Situationen offen annehmen und verwerten zu können. Deshalb ist ein Kochkurs genauso gut geeignet wie eine neue Fremdsprache. Es geht darum, den Horizont zu öffnen, den bekannten Tellerrand zu überspringen. Lösen Sie sich von dem bekannten Spruch: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr." Dieser Spruch war noch nie richtig und heute weniger denn je. Ich habe im letzten November begonnen, Noten zu lernen und den Dudelsack zu spielen und das ohne Vorkenntnisse und mit 46 Jahren. Und was machen Sie?

Keine Prahlerei ­ nur Fakten

Eindrücke einer Messe. Und wieder ging eine Messe zu Ende. Beim Aufarbeiten der Kontakte, der Erkenntnisse und Sammeln des Erlebten rotierten die Gedanken wild durcheinander. Viele Hände wurden geschüttelt, viel gelächelt und noch mehr geplaudert. Ein Friseur erzählt mir von seinem revolutionären Lohnsystem. Ab einer gewissen (nicht näher definierten Grenze) erhält der Mitarbeiter 50% des Bruttoumsatzes als Bruttolohn. Nur zum Verständnis: Wenn einem Mitarbeiter 50% Bruttolohn bezahlt werden, die Lohnnebenkosten und die Mehrwertsteuer berücksichtigt werden, liegt der Lohnanteil bei etwa 79%. Die Umstehenden waren sichtlich beeindruckt von den Ausführungen ihres Kollegen, mir blieb einfach nur die Spucke weg. Ein anderer Friseur erzählte mir ganz begeistert, dass er jetzt in das Franchisebusiness einsteigen würde. Sein jetziger Salon würde zwar nicht so gut laufen und er würde es überhaupt nicht einsehen, mehr als seine Mitarbeiter zu arbeiten, aber nun würde er so richtig absahnen. Klotzen und nicht kleckern lautete seine Devise, gleich mehrere Lizenzen sollten es sein. Er würde dann nur noch organisieren und das Geld zur Bank bringen. Nur am Rande: Seine jetzige Liquiditätslage schien nach eigenem Bekunden, schon recht eng zu sein und die Schulden wären noch ziemlich heftig. Nachdem der Friseur erwachsen schien und kein Mandant war, enthielt ich mich jedes Kommentars und wünschte viel Erfolg.
In diesem Zusammenhang schoss mir dann das Gespräch mit einem echt erfolgreichen Friseurunternehmer durch den Kopf. Laut seinen Aussagen liefe jedes Konzept erst durch die Liebe, Hingabe und das persönliche uneingeschränkte Engagement des Inhabers. Das entspricht auch meinen Erfahrungen. Sicher haben auch Sie auf diversen Messen und Seminaren Kontakt zu kommunikativen Menschen, die offensichtlich den „Stein der Weisen“ gefunden haben, geknüpft. Oft versprühen diese Menschen auch noch eine kindliche Begeisterung, die ansteckend wirkt. Der eine oder andere könnte auf den Gedanken kommen, in seinem Leben alles verkehrt gemacht zu haben. Aber bitte seien Sie versichert, dem ist nicht so. Mit der eigenen Hände Arbeit sein Geld verdient zu haben, war noch nie unehrenhaft und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Ganz abgesehen davon kann es, clever gemacht, auch noch sehr lukrativ sein.

Die neuen Tarifverträge sind da!

Und damit Lohnsteigerungen auf breiter Front. Meist gehen die Lohnsteigerungen mit Arbeitszeiterhöhungen einher und wirken sich von Salon zu Salon sehr unterschiedlich aus. Sie sollten in jedem Falle Ihre aktuelle Situation prüfen und das Gespräch mit Ihrem Berater suchen. Notwendige Informationen sind: Lohnjournal, Arbeitszeit, Status und Betriebszugehörigkeit. Achtung - Unwissenheit schützt vor Strafe nicht! Selbst wenn ein Mitarbeiter jetzt stillschweigend oder bewusst einer untertariflichen Bezahlung zustimmt, kommt die Quittung mit der Kündigung. Die Arbeitsrichter sind hier eindeutig aufgestellt und werden dafür Sorge tragen, dass die Unterzahlungen nebst Lohnnebenkosten nachbezahlt werden müssen.
Denken Sie daher nicht an Stellenkürzungen, sondern vielmehr an Umsatzsteigerungen, dass sich die Mitarbeiter trotz steigender Lohnkosten für Sie rechnen. Das Motto muss lauten: "Jetzt erst Recht", aber bitte mit kühlem Kopf und dem notwendigen Überblick.

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