Newsletter 11/2008
Planung 2009
Und wieder ist es soweit. Herbstzeit ist Planungszeit. Die Blätter fallen und die Bäume darunter werden sichtbar. Jetzt ist die Zeit, zu prüfen, was in diesem Jahr bislang gelaufen ist. Wie hat sich das Personal und Ihr Kundenstamm entwickelt? Welche Werbemaßnahmen wurden mit welchem Erfolg durchgeführt? Welche Weiterbildungsmaßnahmen wurden mit welchem Ziel und entsprechendem Erfolg besucht? Wie haben sich die Finanzen entwickelt, wie der Stand der Konten, welche Investitionen wurden getätigt? Kurzum, dass komplette Jahr 2009 ist zu analysieren.
Darauf aufbauend werden natürlich wieder Ziele für das Jahr 2009 formuliert, nach einer geeigneten Strategie und umsetzbaren Konzepten gesucht. Es werden die Mitarbeiter, Umsätze, Kosten, Budgets für Weiterbildung und Werbung geplant. Als Grundlage dienen wieder die Statistiken der Mitarbeiter und aller Betriebsstätten. Prüfen Sie auch, welche Kunden Sie im letzten Jahr gewonnen, aber auch verloren haben.
Folgende Zielsetzungen sind beispielsweise formulierbar:
Stammkundenbindung (besonders wichtig im ersten Halbjahr 2009 wegen den bekannten Marktturbulenzen)
Neukundengewinnung
Reaktivierung von verlorenen Stammkunden aus dem Jahre 2009
Imagesteigerung
Erhöhung der Besuchsfrequenz
Umsatzausweitung durch höhere Dienstleistungsfaktoren
Qualitätssteigerung durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen
Auf- und Ausbau des eigenen Controllingsystems
Sicher haben die meisten mehr als ein Ziel vor Augen, allerdings empfehle ich Ihnen, Schritt für Schritt vorzugehen. Das Wunderwort lautet: „Konzentration“. Fokussieren Sie sich auf ein, maximal zwei Ziele und kommunizieren Sie diese mit Ihren Mitarbeitern. Ihre Mannschaft sollte wissen, was Sie im kommenden Jahr vorhaben. Fordern Sie Ihre Planungsmappen ab, damit Sie Ihre Planung vorbereiten können. Sprechen Sie Ihre Planung mit Ihrem persönlichen Berater ab. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen wachen Geist bei der Analyse, einen freien Geist bei der Zielsetzung und vor allem einen konsequenten Geist bei der Umsetzung.
Mandatstreffen 2009
Durch die Häufung von wichtigen Terminen im Frühjahr 2009 haben wir uns entschlossen, das gewohnte Mandatstreffen in den September 2009 zu verlegen. Ort und Zeitraum werden wir Ihnen schnellst möglich bekannt geben.
Über den Tellerrand geblickt:
Was Marken nützt: Freds Rache von Jens Bergmann (Quelle: brand eins) Das erste Gebot der Unternehmenskommunikation lautet: versündige dich nicht an deiner Marke. Und falls doch, leiste Abbitte. So wie der Express-Schuster Mister Minit.
Mister Minit - klingt altbacken. Das Fred genannte Maskottchen im roten Kittel - sieht spießig aus. So dachte die damalige Geschäftsführung der Schuhreparatur-Kette zur Jahrtausendwende, feuerte Fred und tilgte den Mister weltweit aus dem Firmennamen. Stattdessen ließ man sich von Marketingleuten ein auffallendes, unverwechselbares, junges, zeitgemäßes, einprägsames, unkompliziertes, fortschrittliches und sympathisches Logo aufschwatzen: einen rot umrahmten weißen Kreis, auf dessen Innenfläche Minit neben einem pinkfarbenen Punkt steht.
Die Schönheitsoperation hatte durchschlagende Wirkung. Franchise-Nehmer gerieten außer sich, irritierte Kunden fragten in den umgestalteten Shops, wo denn der nächste Mister Minit sei. Der Deutschland-Chef Andreas Berents erzählt das in der Zentrale in Monheim am Rhein ganz entspannt. Er ist von Haus aus Philologe und sieht fast so gut aus wie George Clooney, obwohl er harte Jahre hinter sich hat. Neben dem verpatzten Relaunch gab es noch andere Probleme, unter anderem Außenstände bei Franchise-Nehmern in Millionenhöhe sowie Qualitätsmängel.
In Berents' Ära wurde Fred wiederbelebt und die Zahl der Shops, die wieder Mister Minit heißen, radikal auf 255 reduziert; zu Zeiten der größten Expansion waren es in Deutschland mehr als 1000 gewesen. Die Mehrzahl wird heute von der Zentrale geführt, die Qualität durch Testkunden regelmäßig kontrolliert. Man verdiene, wie Berents stolz verrät, wieder gutes Geld. Der 45-Jährige führt den Besucher in den Keller, wo Minit seinen Nachwuchs an hauseigenen Maschinen schulen lässt. Die Firma konzentriert sich auf ihre Stärke: standardisierte Express-Services, unter Beachtung des - bei Handwerkern nicht angeborenen - Dienstleistungsgedankens. Zur Orientierung gibt es fünf goldene Regeln, die man gern auch anderswo verwirklicht sähe: "Sei freundlich. Sei aufmerksam. Sei hilfsbereit. Sei stolz. Sei dankbar."
Mister Minit fungiert als eine Art Nachlassverwalter des schwindenden Schusterhandwerks. Und muss heute selbst um seine Nische kämpfen. Unter anderem, weil viele Kaufhäuser traditionell die besten Standorte für Reparatur-Shops - aufgehübscht werden und kein Gewerbe in ihrer Beletage mehr dulden, das schleift, kreischt und staubt. Zudem leidet Mister Minit unter der Wegwerfmentalität: Berents rechnet vor, dass jährlich in Deutschland 400 Millionen Paar Schuhe im Müll landen.
Darin sieht er allerdings auch eine Chance. Denn etliche dieser Schuhe, so sagt er, würden repariert, gäbe es die Möglichkeit dazu. Die will er nun in Gegenden schaffen, in denen sich Mister-Minit-Shops nicht lohnen. Er arbeitet an einem Service nach dem Vorbild der Foto-Entwicklung, den er gemeinsam mit Super- oder Drogeriemärkten anbieten will. Die Kunden geben ihre ausgetretenen Schuhe dort ab, Mister Minit sammelt sie ein, repariert sie in regionalen Zentren und schafft sie zur Abgabestelle zurück. "Die Logistik steht bereits", sagt Berents. Eine ganz neue Geschäftsidee - an einen neuen Namen für Mister Minit werde aber nicht gedacht, versichert der Chef mit einem feinen Lächeln. - Donald Hillsdon Ryans Idee beruht auf den Nöten seiner Frau: Ihr brechen in der kopfsteingepflasterten Brüsseler Altstadt, wo das Paar in den Fünfzigern lebt, regelmäßig die Pfennigabsätze ab - und der Schuster lässt sie warten. Das bringt Ryan dazu, 1957 im Warenhaus Au Bon Marché eine Absatz-Bar zu eröffnen, wo die Kundinnen an der Theke bei der Reparatur ihrer Pumps zuschauen können. Später kommen in der Mister Minit genannten Firma weitere Schnelldienste wie Schlüsselduplikate, Gravuren und Fotoarbeiten hinzu. Mit dem Schnell-Handwerk besetzt Ryan eine Marktlücke und expandiert ins Ausland. Allerdings nicht in die USA, weil sich die häufig als Einmannbetriebe geführten Shops bei den dortigen langen Öffnungszeiten nicht rechnen. Bei hoher Kundenfrequenz - Mister Minit konzentriert sich auf 1a-Lagen - ist das Geschäft sehr profitabel. Das reizt auch die Schweizer Großbank U BS, die das Unternehmen 1997 übernimmt, sich aber als schlechte Handwerkerin erweist. 2005 reicht sie die Kette an die Beteiligungsgesellschaft CVC Capital Partners weiter, die die Expansion nach Osteuropa finanziert. 2006 kauft der Minit-Chairman Howard Dyer das Unternehmen.
Umsatz: 220 Mio. Euro; in Deutschland: 33 Mio. Euro; umsatzstärkster Standort in Deutschland: Galeria Kaufhof München-Marienplatz
Konsumprognose 2009 (Quelle: Absatzwirtschaft)
Massive Einbrüche in den USA – gebremster Konsum in Deutschland
29.10.2008. Die internationale Beratung Booz & Company berichtet von einem stark rückläufigen Konsumverhalten in den USA. Mehr als jeder dritte Verbraucher spare insbesondere bei häufigen und alltäglichen Ausgaben, etwa Restaurantbesuchen, Autofahrten und Gebrauchsgütern. Auch für Deutschland sei ein verändertes Konsumverhalten zu erwarten.
Die US Bürger beabsichtigten zudem, ihre Ausgaben noch stärker einzuschränken, sollte sich die allgemeine Wirtschaftslage weiter verschlechtern. Gespart würde dann auch an größeren und langfristigeren Anschaffungen wie Elektrogeräten, Fitnessclub-Mitgliedschaften oder gar Kinderspielzeug. Wie eine aktuelle Studie der Beratung zeigt, achten 38 Prozent der Verbraucher bei ihrem Einkauf bereits heute auf Sonderangebote und reduzierte Ware, 32 Prozent entscheiden sich für günstigere Lebensmittel-Marken.
Ebenfalls 32 Prozent bevorzugen preiswertere Läden sowie Discounter. Laut Studie beschränken sich US-Bürger auch in ihren Freizeitaktivitäten: 28 Prozent der Befragten nutzen häufiger kostenlose Freizeitangebote, 26 Prozent verzichten auf Konzert- und Theaterbesuche. Auch für die Ferien gilt das Gebot der Sparsamkeit: Über 28 Prozent haben die Zahl ihrer Urlaube drastisch reduziert oder nehmen billigere Angebote wahr; das heißt, reisen nicht mehr weit weg.
Laut Booz & Company bereiten sich die US-Bürger auf weitere Einschnitte vor. Zwei Drittel der Befragten gaben an, noch aggressivere Sparmaßnahmen vorzunehmen, sollte sich die Wirtschaftslage innerhalb der nächsten sechs Monate nicht verbessern oder gar weiter verschlechtern. Diese Pläne gelten für große Anschaffungen - danach wollen etwa 22 Prozent den Autokauf verschieben - ebenso wie für Alltägliches. So werden 35 Prozent der US-Konsumenten den Besuch von Coffee Shops deutlich reduzieren.
Auch für Deutschland erwartet die Beratung ein verändertes Konsumverhalten. "Zwar haben laut einer Studie der GfK-Finanzmarktforschung 20 Prozent ihren Konsum in den letzten drei Monaten leicht eingeschränkt, so pessimistisch wie in den Vereinigten Staaten sind die deutschen Konsumenten allerdings nicht", heißt es in dem Bericht. Nur 22 Prozent fühlten sich von der Finanzmarktkrise persönlich betroffen.
"Im privaten Konsum werden wir in Deutschland eine deutlichere Differenzierung sehen. Während im Bereich der langfristigen, teureren Investitionen mit einer stärkeren Zurückhaltung zu rechnen ist, ist dies im Bereich der Güter des täglichen Bedarfs momentan noch nicht spürbar", erläutert Dr. Michael Peterson, Partner von Booz & Company. Die Verbraucherstimmung werde trotz der Unsicherheit an den Finanzmärkten im Jahr 2009 nicht in dem Maße einbrechen wie in den USA. "Das Wachstum der Konsumausgaben, das noch im Frühjahr 2008 vorhergesagt wurde, wird jedoch mit Sicherheit nicht zu beobachten sein", betont Peterson.
Im Rahmen der repräsentativen Untersuchung befragte die Beratung 1000 US-Haushalte quer über alle Einkommens- und Altersgruppen. Gegenstand der Untersuchung waren sowohl bereits getroffene Veränderungen des Konsumverhaltens als auch potenzielle Sparmaßnahmen, sollte sich die wirtschaftliche Lage nicht verbessern oder sogar verschlechtern. Insgesamt erfassten die Consulter 120 spezifische Sparmaßnahmen.
Statement von Peter Hofmann: Der Deutsche hat eine starke Neigung zu Übertreibungen. Gleichzeitig hat er aber die unglaubliche Fähigkeit zur schnellen und konsequenten Verdrängung (siehe Rinderwahn, Geflügelgrippe usw.). Es liegt an jedem einzelnen Unternehmer, wie sich seine Zukunft 2009/2010 gestalten wird. Es werden aber alle wieder Recht bekommen – die Pessimisten und die Positivisten. Entscheiden Sie sich für eine Seite – meine Entscheidung steht fest.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein tolles Weihnachtsfest und einen super Rutsch.