Newsletter 02/2009
Die ersten Chancen in der Krise
Um die Kreditversorgung der Wirtschaft und insbesondere des Mittelstandes zu sichern, hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Sonderkreditprogramm 2009 aufgelegt. Dieses steht den gewerblichen Unternehmen, also auch dem Friseurhandwerk zur Verfügung, die Finanzierungsbedarf für Vorhaben in Deutschland haben.
Finanziert werden Investitionen, die einer mittel- und langfristigen Mittelbereitstellung bedürfen. Zudem werden Betriebsmittel einschließlich Warenlager und sonstiger Liquiditätsbedarf, z.B. auch Anschlussfinanzierungen aus diesem Programm getragen.
Ihre Vorteile:
- 100%ige Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln
- bis zu 90%ige Haftungsfreistellung für Investitionen
- bis zu 50%ige Haftungsfreistellung für Betriebsmittelfinanzierungen tilgungsfreie Anlaufzeit
- Laufzeiten von bis zu 5 oder 8 Jahren
- marktübliche, risikoorientierte Zinssätze
- bankübliche Sicherstellung (Vereinbarung ist mit der Hausbank zu treffen!)
Für Fragen steht Ihnen unser Finanzspezialist Herr Norbert Göppel gerne telefonisch zur Verfügung.
Zum Nachdenken: "8. Mai 1905" – von Alan Lightman (Einsteins Dreams)
Die Welt wird am 26. September 1907 untergehen. Das weiß jeder.
In Bern ist es wie in allen großen und kleinen Städten. Ein Jahr vor dem Ende schließen die Schulen ihre Tore. Warum noch für die Zukunft lernen, bei einer so kurzen Zukunft? Die Kinder, entzückt, dass sie für immer frei haben, spielen unter den Arkaden der Kramgasse verstecken, laufen die Aarstraße entlang und lassen Steine über das Wasser hüpfen, verplempern ihr Geld für Pfefferminz und Lakritz.
Ihre Eltern lassen sie machen, was sie wollen. Einen Monat vor dem Weltende schließen die Geschäfte. Das Bundeshaus stellt seine Beratungen ein. Im Bundestelegrafengebäude in der Speichergasse kehrt Stille ein. Ebenso in der Uhrenfabrik in der Laupenstraße und in der Mühle jenseits der Nydeggbrücke. Wozu noch Handel und Gewerbe, wenn die verbleibende Zeit so kurz ist?
In den Straßencafés in der Amtshausgasse sitzen die Leute, trinken Kaffee und reden unbeschwert über ihr Leben. In der Luft liegt ein Hauch von Freiheit. Gerade jetzt spricht z. B. eine Frau mit braunen Augen zu ihrer Mutter davon, wie wenig Zeit sie füreinander hatten, als sie klein war und die Mutter als Näherin arbeitete. Mutter und Tochter wollen einen Ausflug nach Luzern machen. In der kurzen noch verbleibenden Zeit werden sie zwei ganze Menschenleben treffen. An einem anderen Tisch erzählt ein Mann einem Freund von einem verhassten Vorgesetzten, der es nach Arbeitsschluss in der Garderobe des Amtes mit der Frau des Mannes trieb und ihn zu entlassen drohte, sollte er oder seine Frau Schwierigkeiten machen. Doch was hat der Mann jetzt noch zu fürchten? Er hat mit dem Vorgesetzten abgerechnet und sich mit seiner Frau versöhnt. Endlich erleichtert streckt er die Beine aus und lässt den Blick über die Alpen schweifen.
In der Bäckerei in der Marktgasse schiebt der Bäcker mit seinen plumpen Fingern Teig in den Ofen und singt. In der letzten Zeit sind die Leute höflich, wenn sie ihr Brot bestellen. Sie lächeln und bezahlen umgehend, denn das Geld verliert seinen Wert. Plaudernd erzählen sie von ihrem Picknick in Freiburg, von den Erzählungen ihrer Kinder, denen sie so gerne lauschen, von langen Spaziergängen am Nachmittag. Es macht ihnen anscheinend nichts aus, dass die Welt bald untergeht, weil allen das gleiche Schicksal bevor steht. Eine Welt, die nur noch einen Monat vor sich hat, ist eine Welt der Gleichheit.
Einen Tag vor dem Ende sind die Straßen von lachenden Menschen erfüllt. Nachbarn, die nie miteinander gesprochen haben, grüßen sich wie Freunde, legen ihre Kleider ab und baden in dem Brunnen. Andere springen in die Are. Nachdem sie bis zur Erschöpfung geschwommen sind, liegen Sie im dichten Ufergras und lesen Gedichte. Ein Rechtsanwalt und eine Postbeamtin, die einander nie zuvor begegnet sind, gehen Arm in Arm durch den botanischen Garten, betrachten lächelnd die Alpenfeilchen und die Astern und diskutieren über Kunst und Farbe. Was hat ihre bisher gesellschaftliche Stellung noch für eine Bedeutung? In einer Welt, die nur noch einen Tag vor sich hat, sind sie gleich.
Im Schatten einer von der Aarbergergasse abzweigenden Seitenstraße lehnen ein Mann und eine Frau an der Wand, trinken Bier und essen Räucherfleisch. Anschließend wird sie ihn mit in ihre Wohnung nehmen. Sie ist mit einem anderen verheiratet, aber seit Jahren begehrt sie diesen Mann, und an diesem letzten Tag der Welt wird sie ihre Bedürfnisse befriedigen. Einige wenige sausen durch die Straßen und verrichten gute Taten, um frühere Missetaten wieder gut zu machen. Es sind die Einzigen, deren Lächeln gezwungen wirkt.
Eine Minute vor dem Weltuntergang versammeln sich alle auf dem Gelände des Kunstmuseums. Männer, Frauen und Kinder bilden einen riesigen Kreis und fassen sich bei den Händen. Keiner rührt sich. Keiner sagt ein Wort. Es ist so vollkommen still, das jeder den Herzschlag seines Nachbarn zur Rechten und zur Linken hören kann. Dies ist die letzte Minute der Welt. In der absoluten Stille, die im Garten herrscht, fängt ein blauer Enzian das Licht an der Unterseite seiner Blüte, erglüht für einen Moment, um gleich darauf wieder unter den übrigen Blumen zu verschwinden. Die nadelförmigen Blätter einer Lärche hinter dem Museum erzittern leicht, als ein sanfter Wind durch den Baum weht. Weiter weg, hinter dem Wald, spiegelt die Are das Sonnenlicht, beugt es mit jeder Welle ihrer Haut. Im Osten ragt der Münster Turm in den Himmel, rot und zerbrechlich, mit vom Steinmetz geschaffenen Formen, die so zart sind wie die Adern eines Blattes. Und weiter hinauf die Alpen mit ihren schneebedeckten Gipfeln, wo Weiß und Purpurrot groß und schweigend ineinander übergehen. Eine Wolke schwebt am Himmel. Ein Spatz flattert. Keiner sagt ein Wort.
In der letzten Sekunde ist es, als wären alle, einander an den Händen haltend, vom Topaz Peak herabgesprungen. Das Ende nähert sich wie der näher kommende Boden. Kühle Luft rauscht vorbei, die Körper sind schwerelos. Der stille Horizont tut sich meilenweit auf. Und von unten rast die endlose Schneedecke diesem Kreis aus rosarotem Leben entgegen, um ihn einzuhüllen.
Standards kontra Kreativität
Kundenbindung ist nicht erst in schwerer werdenden Zeiten ein geflügeltes Wort. Es war und ist die Grundlage jeder langfristig erfolgreich ausgerichteten Geschäftskonzeption. Das dürfte uns allen vollkommen klar sein. Die Frage ist allerdings wie wir damit umgehen. Wie erreichen wir die gewünschte Kundenbindung im Salonalltag? Wir erreichen dies in aller erster Linie, indem wir ein harmonisches und vorhersagbares Salonerlebnis schaffen. Es ist ein Trugschluss, dass Kunden Überraschungen lieben. Wenn der terminierte Mitarbeiter nicht da ist (Krankheit, Seminar, Kündigung etc.) ist die Überraschung groß. Wenn dann ein anderer Mitarbeiter in die Bresche springt, so wird aus der Überraschung plötzlich ein Abenteuer. Selbst wenn der Ersatz erstklassig ist, macht er oder sie meist einen etwas anderen Job. Der viel gelobte eigene Stil ist hier nicht angebracht – zumindest wenn es um die Kundenbindung geht. Wenn wir uns McDonalds ansehen, so sehen wir die klaren Vorteile. Die Mitarbeiter wechseln hier sehr häufig, das macht aber nichts, weil der Kunde immer die gleichen Burger, Pommes und Cokes erhält. Es ist immer sauber, hell und freundlich. Ein Kunde kann zu jeder Uhr- und Jahreszeit den geliebten Hamburger konsumieren. Darüber hinaus kann er aber auch aktuelle Angebote nutzen. Der Kunde geht zu McDonalds wegen dem Ambiente, den kalkulierbaren Kosten und den Produkten – nicht wegen den Bedienungen. Damit ist McDonalds unabhängig von Mitarbeitern. Bei uns in den Salons ist dies vielfach nicht der Fall. Jeder Mitarbeiter schneidet anders die Haare, hat seine eigene Colorationstechnik und seine eigene Umgangsform. Damit sind die Frisurenergebnisse kaum reproduzierbar. Daher werden Mitarbeiterpersönlichkeiten zu den Stärken, aber auch zur Achillesverse der Friseursalons. Die Lösung aus diesem Dilemma heißt einheitliche Qualifizierung, Training und einheitliche Qualitätsstandards. Es beginnt bereits bei der Sprache. Nur wenn jeder Mitarbeiter weiß, was genau unter einer Abteilung zu verstehen und wichtiger noch gemacht werden muss, können Standards greifen. Arbeiten Sie Standards aus und ziehen Sie diese rigoros durch. Lassen Sie keine Individuallösungen zu. Egal in welchem Marktsegment Sie arbeiten, Kundenbindung erreichen wir nur über ein positives, kalkulierbares Salonerlebnis. Nachfolgend habe ich Ihnen eine Checkliste aus dem Seminar „salon success“ von pivot point abgedruckt:
„Die kleinen Dinge machen im Salon den große Unterschied.“
Putzen, putzen, putzen – und nochmals putzen.
Legen Sie im Empfangsbereich und den anderen Bereichen, wo Kunden warten, Lesematerial und Ihren Salon-Newsletter aus; achten Sie darauf, dass Ihr Lesematerial für beide Geschlechter und alle Altersgruppen interessant ist.
Bieten Sie eine Auswahl an Getränken an und vielleicht sogar eine Kleinigkeit zu Essen, falls ein Kunde länger bei Ihnen im Salon ist.
Stellen Sie Duftseifen und wohlriechende Cremes in die Toiletten.
Stellen Sie Ihren Kunden Leihschirme oder Werbeschirme zur Verfügung, wenn sie den Salon bei Regenwetter verlassen.
Geben Sie den Kunden kleine Geschenke, schicken Sie Geburtstagskarten, Geschenkgutscheine und Aktionsinformationen.
Kennzeichnen Sie Ihre Produkte mit ausreichenden Informationen und so, dass das Interesse geweckt wird.
Bieten Sie den Kunden einen Internetanschluss zum Surfen in der Wartezeit an. Immer schön lächeln.
Kundenbindung ist 99% Widerholung und 1% Weiterentwicklung. Veränderungen sind nach Möglichkeit zu minimieren.
Osteraktion 2009
Die Osteraktion 2009 steht für unsere Mandanten parat. Mitte April 2009 ist wieder einmal die Zeit der Langohren, Eier und süssen Überraschungen. Nutzen auch Sie die Möglichkeit und gewinnen Neukunden oder erhöhen Ihre Besuchsfrequenz. Aktivität ist angesagt. Wer nicht wirbt, bei dem sagen sich bald schon Fuchs und Hase gute Nacht.
Pauschale Lohnsteuer bei Fahrtkostenzuschüssen
Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Pendlerpauschale hat nicht nur Auswirkung auf den Abzug von Werbungskosten oder Betriebsausgaben, sondern ggf. auch auf den Lohnsteuerabzug:
Nach § 40 Abs. 2 EStG kann der Arbeitgeber zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlte Zuschüsse zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte pauschal mit 15% versteuern; insoweit entfällt allerdings der Werbungskostenabzug beim Arbeitnehmer. Ein besonderer Vorteil ergibt sich jedoch dadurch, dass diese Zuschüsse sozialversicherungsfrei sind. Maximal darf aber nur der Betrag pauschal versteuert werden, der beim Arbeitnehmer wie Werbungskosten geltend gemacht werden könnte.
Aufgrund der Gerichtsentscheidung ergibt sich nun wieder die Möglichkeit, die Pauschalversteuerung auch für die ersten 20 Kilometer durchzuführen. Sofern Zuschüsse zu den Aufwendungen von Arbeitnehmern für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte gezahlt werden, kann die Pauschalversteuerung ausgedehnt werden; aufgrund der Sozialversicherungsfreiheit ergeben sich dadurch regelmäßig Vorteile:
Beispiel: Die Wohnung von Arbeitnehmer A ist 20 Kilometer vom Arbeitsplatz entfernt. Er erhält 30 Cent Zuschuss pro Tag und Kilometer, das sind pro Monat (0,30 x 20 x 15 Tage =) 90,- €.
Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts kann der Betrag mit 15% pauschal versteuert werden; das ergibt 13,50 € pauschale Lohnsteuer (zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer). Nach der bisherigen Rechtslage hätte der Arbeitgeber Arbeitgeber-Anteile zur Sozialversicherung in Höhe von 17,67 € zahlen müssen. Die 90,- € wären ferner um die Arbeitnehmer-Anteile zur Sozialversicherung und die Lohnsteuer zu kürzen gewesen.
Die Finanzverwaltung lässt nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts nun auch zu, dass der Arbeitgeber nachträglich die Lohnsteuer auf zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlte Zuschüsse für die ersten 20 Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte pauschal versteuert; das gilt sogar für im Jahr 2007 gezahlte Zuschüsse, obwohl insoweit bereits Lohnsteuerbescheinigungen erteilt worden sind. Der Arbeitgeber hat in diesem Fall formlos eine Bescheinigung über die nachträgliche Lohnsteuerpauschalierung auszustellen. Mit dieser Bescheinigung kann der Arbeitnehmer bei seiner Einkommensteuer-Veranlagung eine entsprechende Minderung seines steuerpflichtigen Arbeitslohns erreichen.