Newsletter 03/2009
Als ob´s ein Fremder wäre
Immer wieder gerne werden Ehepartner oder Angehörige eingestellt, da es sich hierbei meist um sehr loyales Personal handelt. Doch gibt es hier einige Regeln zu beachten, um auch gegenüber Finanzamt und Sozialversicherungsträgern die Ernsthaftigkeit des Arbeitsvertrages darzustellen.
Mit der nachfolgenden Checkliste kann man vorab schon mal prüfen, ob ein Angehöriger sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, oder ob er eigentlich wie ein Mitunternehmer einzustufen ist und somit keine Sozialversicherungspflicht vorliegt.
Frage: Geht der Angehörige der angegebenen Beschäftigung tatsächlich nach? Wurde der Arbeitsvertrag schriftlich formuliert? Ist er wie jeder andere Arbeitnehmer in den Betrieb eingegliedert? Gibt der Arbeitgeber auch dem Familienangehörigen Arbeitszeit, Arbeitsort und Art der Arbeit vor? Gewährt und genehmigt der Arbeitgeber den Urlaub des Familienangehörigen? Ist für die Arbeitsleistung eine Vergütung vereinbart, die regelmäßig gezahlt wird? Ist die Vergütung angemessen für das, was in der Aufgabenbeschreibung genannt ist? Entspricht die Vergütung annähernd einem vergleichbar beschäftigten Arbeitnehmer? Wird dem Angehörigen das Gehalt überwiesen, sodass er frei darüber verfügen kann? Sind die Zusatzleistungen schriftlich vereinbart und angemessen? Wird die Lohnsteuer regelmäßig ordnungsgemäß abgeführt? Ist der Angehörige weder am Unternehmen noch am Unternehmenserfolg beteiligt? Haftet der Familienangehörige weder für unternehmerische Kredite noch für Bürgschaften? Ist der Familienangehörige nicht Mitinhaber eines Firmenkontos? Ist der Angehörige bei der zuständigen Berufsgenossenschaft angemeldet?
Wenn alle vorgenannten Punkte geprüft sind, sollte der Unternehmer mit seinem Steuerberater die weitere Vorgehensweise abstimmen.
Denn wer sich vorher Gedanken macht, der erlebt keine unangenehmen Überraschungen bei einer Sozialversicherungs- oder Finanzamtsprüfung.
Das Diktat der Solisten
Ein Orchester besteht aus vielen einzelnen Musikern, die unterschiedliche Instrumente spielen und unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Während des Konzertes nehmen einzelne Musiker immer wieder die Position eines Solisten ein. Sie spielen eine besondere Partitur, besondere Instrumente oder einfach außergewöhnliche Elemente. Der Einsatz eines Solisten ist, sofern alles harmoniert, immer eine Besonderheit und wertet das ganze Musikstück auf. Wichtig ist aber immer, dass jeder einzelne Musiker sein Instrument und das Stück beherrscht. Er muss den Takt halten und auf seine Mitspieler achten und eingehen. Sobald ein einziger Musiker aus der „Reihe tanzt“, verliert sich das Stück in der Mittelmäßigkeit und driftet ins unharmonische ab. Gerade die Solisten haben hier eine schwere Aufgabe. Wenn Sie zu spät, zu früh, zu laut, zu leise – einfach unstimmig einsteigen ist es mit dem Ohrenschmaus vorbei.
In vielen Friseursalons habe ich den Eindruck, dass fast nur Solisten am Werk sind. Jeder hat seine eigene Technik, seinen eigenen Stil, seine eigene Arbeitszeit, seine Einmaligkeiten. Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden, solange das ganze Orchester harmonisch spielt und das Gesamtresultat stimmt. Zu beachten ist dabei aber nicht nur die Qualität der Solisten, sondern vielmehr die Qualität aller Mitspieler. Ein einziger „Nichtprofi“ stört das Gesamtresultat. Die „Kette ist genauso stark wie ihr schwächstes Glied.“ Es liegt in der deutschen Natur, Fehler zu suchen und zu finden. Es wird in aller Regel über das vermeintlich Schlechte gesprochen, weniger häufig über das Gute. „Ja, aber“ ist eine der häufigsten Einleitungen der Deutschen. Wir sind nicht auf der Welt, um als Unternehmer diesen Unsitten den Gar auszumachen. Wir verdienen unsere Brötchen mit zufriedenen und begeisterten Kunden. Daher sind wir dann erfolgreich, wenn unsere Fehler minimiert sind und die positiven Erlebnisse überwiegen.
Ein Orchester kommt auch ohne hervorragende Solisten aus! Wenn das gesamt Ensemble gut ist, stimmt das Gesamtergebnis. Oftmals ist es sogar harmonischer und somit für den Zuhörer angenehmer, wenn der Zusammenklang in sich stimmig ist.
Die Überschrift lautet – das Diktat der Solisten! Solisten sind etwas besonderes, zumindest glauben es die meisten von sich selbst. Sie bestimmen den Tagesablauf, die Vorgänge, die Urlaube, die Freizeiten und meist auch noch das Betriebsergebnis.
Solisten sind Stars und Sternchen, sie steigen auf und verglühen. Als langfristig orientierte Unternehmer/innen können wir uns gar keine Kometen auf Dauer leisten. Wir brauchen eine gut ausgebildete, motivierte, engagierte und möglichst breit aufgestellte Basis. Unter dem Motto: erst die Belange der Firma (und somit der ganzen Firma) und dann die Entfaltungsmöglichkeiten des Einzelnen!
Zu wenig Eigenkapital, Nebenkosten vergessen ...
Die zehn häufigsten Fehler bei der Immobilien-Finanzierung
Wer träumt nicht vom eigenen Häuschen im Grünen? Endlich kein Vermieter mehr, dem man monatlich sein hart erarbeitetes Geld auf Nimmer-Wiedersehen in den Rachen wirft.
Stattdessen endlich die Freiheit, die Wände in seinen Lieblingsfarben zu streichen, so viele Haustiere zu halten, wie man will und ohne Rücksicht auf die Hausgemeinschaft laute Musik hören.
Aber Vorsicht! Wäre Immobilien-Finanzierung so leicht, dann hätte jeder ein Haus! Es gibt viele Fettnäpfchen, in die man treten kann.
Beispiel – Wenig Eigenkapital: Wer sich Eigentum kauft, sollte mindestens 20 Prozent Eigenkapital mitbringen – sei es Bargeld oder ein Bausparguthaben.
Lesen Sie hier weitere häufige Fehler bei der Immobilien-Finanzierung:
Kreditbedarf falsch berechnet
Der Kaufpreis ist nicht alles! Hinzu kommen Notar und Grundbucheintragungen (zusammen 1,5 Prozent des Kaufpreises), Grunderwerbsteuer (3,5 Prozent) und gegebenenfalls ein Makler (ca. 5 Prozent). Mehrkosten insgesamt: etwa 10 Prozent!
Nominal- und Effektivzins verwechselt
Nur der Effektivzins ist aussagekräftig! Wer sich 100 Euro leiht und einen Effektivzins von 4 Prozent hat, zahlt im Jahr 4 Euro Zinsen!
Eigenleistung überschätzt
Seien Sie bei der Planung nicht zu optimistisch! Krankheiten, Zeitmangel und überschätzte Fähigkeiten können den Bau schnell verzögern - und ihn dadurch teurer machen (längere Mietzeit in der alten Wohnung, Bereitstellungszinsen für Kredit etc.)!
Zu hohe Monatsbelastung
Maximal 40 Prozent des monatlichen Nettolohns sollten Hauskäufer für Zins/Tilgung einplanen.
Zu niedrige Tilgung
Ein Prozent Tilgung ist in der Regel zu wenig. Besser sind zwei oder drei Prozent. Sonst dauert die Rückzahlung zu lange – und die Immobilie wird immer teurer. Spätestens bei Renteneintritt sollte der Kredit abbezahlt sein.
Nebenkosten vergessen
Sie interessieren sich zum Beispiel für ein nicht saniertes 150-Quadratmeter-Haus von 1970? Wer das auf modernen Standard bringen will, muss zum Kaufpreis im Schnitt noch 47.000,- € hinzurechnen (Dämmung, neue Heizung, Wärmeschutzfenster). Daher: Wer eine gebrauchte Immobilie kauft, sollte sich vorher gründlich über den Sanierungsbedarf informieren. Hilfe gibt es bei Grundeigentümer-Vereinen (z. B. haus-und-grund.com).
Versteckte Kosten nicht beachtet
Einige Banken verlangen zusätzliche Gebühren – zum Beispiel Schätzkosten für die Immobilie. Auch bei den Bereitstellungszinsen sind große Unterschiede möglich. Daher den Berater explizit nach Zusatzgebühren fragen.
Laufende Kosten unterschätzt
Die Nebenkosten als Eigentümer liegen etwa 20 Prozent über denen eines Mieters – da zum Beispiel Rücklagen, die im Wohngeld enthalten sind, nicht auf den Mieter umgelegt werden können. Außerdem muss man als Eigentümer mit unvorhersehbaren Reparaturen rechnen – von einer neuen Heizung bis zum neuen Dach.
Zu geringe Reserven
Nie den letzten Cent in die Immobilie stecken! Schließlich kann auch das Auto oder die Waschmaschine einmal streiken. Faustregel: Mindestens drei Monatsgehälter als Reserve haben – zum Beispiel auf einem Tageskonto mit täglicher Verfügbarkeit.
ACHTUNG Termin freihalten!!!
Das Mandatstreffen der Zöllner & Fröhlich Unternehmensberatungs GmbH findet am 27./28. September 2009 in Würzburg statt. Programm, Motto, Referenten und mehr erhalten Sie so schnell wie möglich.