Newsletter 05/2009
Ethno-Marketing – Migranten als Kunden gewinnen
Chips mit Dönergeschmack, türkischsprachige Verkäufer bei VW oder polnische Mobiltelefonwerbung – immer mehr Firmen entdecken Migranten als Käuferschicht. Kein Wunder: Rund 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben in Deutschland. Ethno-Marketing heißt ein Ansatz, der Werbung speziell für Migranten kreiert. Ethno-Marketing beruht auf der Annahme, dass Migranten ein charakteristisch ethnisches Konsum- und Wahrnehmungsverhalten aufweisen und daher ganz spezifisch angesprochen werden müssen. Geprägt wurde der Begriff Ende des 20. Jahrhunderts in den USA, wo asiatisch-, spanisch-, und afrikanischstämmige Menschen zu den größten ethnischen Gruppen gehören. In Deutschland sind es vor allem türkischstämmige Bürger und deutschstämmige Einwanderer aus Russland, die mit dieser Art des Marketings angesprochen werden sollen. Es steckt ein großes Marktpotenzial in den Migrantengruppen: In Deutschland leben derzeit 2,7 Millionen türkischstämmige Menschen, das sind 3,2% der Gesamtbevölkerung. Sie besitzen eine Kaufkraft von etwa 20 Mrd. Euro pro Jahr. Noch größer ist die Gruppe der Menschen mit russischsprachigem Hintergrund. Etwa 3,5 Mio. Menschen mit einer Kaufkraft von etwa 37 Mrd. Euro zählen dazu. Auch zukünftig wird der Anteil der Migranten steigen, während die Zahl der Gesamtbevölkerung stagniert oder sinkt. Experten gehen davon aus, dass im Jahre 2010 etwa 40% der unter 40-jährigen einen Migrationshintergrund haben werden. Nachdem das durchschnittliche Alter der türkischstämmigen Bürger bei 35 Jahren liegt und das der russischsprachigen bei etwa 38 Jahren handelt es sich um trend- und markenbewusste Mitbürger. 60% der türkischstämmigen sprechen unterdurchschnittliches bis schwaches deutsch. Sie orientieren sich gerne in heimatsprachlichen Zeitungen. Immerhin informieren sich 75% regelmäßig in türkischen Medien. Das Hauptmedium ist aber das Fernsehen.
Was können wir als Friseure mit diesen Informationen anfangen?
Zunächst einmal können wir Migrantenkunden anschreiben. Allerdings sollten wir dabei berücksichtigen, dass bei Moslems das Ramadan- und das Opferfest wichtig sind. In Russland ist der Heilige Abend erst am 6. Januar und der Weihnachtsfeiertag am 7. Januar. Russische Frauen freuen sich besonders über eine Aufmerksamkeit am 8. März – dem Frauentag.
Wenn Sie Migranten ansprechen und dabei die Zeitung verwenden wollen, so sollten Sie in beispielsweise türkischen Ausgaben werben. Sie müssen dabei nicht komplett in Türkisch propagieren, allerdings wäre es wichtig, die türkische Sprache hervorzuheben. Überhaupt ist es für uns sehr gut möglich, mit vielen Sprachen zu werben, da in fast allen Betrieben eine Vielzahl unterschiedlicher Nationalitäten aktiv sind. Eines der wichtigsten Medien, gerade für jüngere Migranten, ist das Internet. Daher sollte unsere Homepage die Mehrsprachigkeit nutzen. Beispielsweise mit Bildern von Mitarbeitern, die einen Gruß in Ihrer Heimatsprache zeigen. Das sind sicher keine erschöpfenden Lösungsansätze, aber sie weisen eine weitere Möglichkeit und neue Richtungen auf. Es liegt alleine in Ihren Händen, wohin der Zug fährt. P.S.: Es gibt übrigens noch immer sehr viele Amerikaner in Deutschland – auch sie sind eine lohnenswerte Zielgruppe.
Viel Erfolg – basarilar – duzó powodzenia!
Der Werbehammer des Monats
Am Wochenende lief das 15-jährige Jubiläum des Elektrohauses Hartmann in Bad Windsheim. Per Plakat wurde in Bad Windsheim und Umgebung auf dieses Ereignis hingewiesen. Neben dem verkaufsoffenen Sonntag gab es noch Essen und Getränke. Pro Getränk und für jede belegte Semmel bzw. Bratwurstsemmel wurden 15 Cent erhoben (ohne Begrenzung). Die Schlange vor dem Essens- und Getränkestand war in etwa 30 Meter lang und in Dreier-Reihen gestaffelt. Auf dem Anrainerparkplatz des größten Handelshofes der Region standen etwa 500 Fahrzeuge. Im Markt selbst waren etwa 30 aktive Verkäufer/innen zugange. Es wurde von der Kücheneinrichtung bis zum Hightech-Fernseher alles verkauft. Der Laden wurde nahezu leer gekauft und die Nachlässe bewegten sich in einem moderaten Rahmen von bis zu 15%.
Upgrade – die neue Chance
Upgrade ist nichts anderes, als bestehende Leistungen, die durch neue Kombinationen oder sinnvolle Ergänzungen aufgewertet werden. Ein Upgrade macht immer Sinn, insbesondere wenn es als Neuigkeit oder Besonderheit hervorgehoben und verkauft werden kann. Wenn beispielsweise die Farbe mit einer Laserbehandlung kombiniert wird und somit ein „Colorcare-Paket“ geschnürt werden kann. Wenn die Haarwäsche beispielsweise mit einer Carbohairbehandlung ergänzt und als „Refreshwasher“ verkauft wird. Andere geben ab einem bestimmten Verkaufsumsatz eine Flasche Rotwein mit hinzu, eine Sonnenbrille oder je nach Jahreszeit ein passendes Geschenk. Das mit der Zugabe ab einer bestimmten Mindestabnahmemenge funktioniert übrigens fast immer. Selbst meine sonst so konsumresistente Ehefrau kauft mehr, wenn das Porto entfällt oder wenn es einen „Eimer“ umsonst dazu gibt (aktuell in der Baywa, ab 30,- € Warenwert gibt es einen grünen Werbeeimer dazu). Ein Upgrade ist sicher auch der Einsatz von Faceprotectoren beim Haarschnitt, um das Gesicht frei von feinsten Härchen zu halten. Neben der zündenden Idee steht natürlich auch gerade die Frage nach der Finanzierung im Raum. Upgrades bieten die Chance, mehr Geld zu verdienen, da es sich um eine echte Aufwertung und Differenzierung zu Standardangeboten handelt. Wir sollten nicht alles verschenken und so werden Upgrades als unbezahlte Serviceleistungen meist nur beim ersten Kennenlernen als echter Zusatznutzen bewertet. Danach wandert das Upgrade in die Normalität und das Selbstverständliche ab. Ein Beispiel für sinnentleerte Upgrades ist Haarschnitt & Kaffee & Torte und das auch noch für 8,- €. Es muss immer passen, daher prüfen Sie den Zug, auf den Sie aufspringen. Sicher haben auch Sie tolle Ideen, wie Sie sich abgrenzen können oder wollen. Schicken Sie uns Ihre Ideen, so können wir in einer starken Gemeinschaft wie immer um eine Nasenlänge voraus sein.
Ihr Ideenbunker: Peter Hofmann, Fax: 0981-89386 oder E-Mail: p.hofmann@zfu-gmbh.de
Aufwendungen von Arbeitnehmern für Führungsseminare als Werbungskosten
Der Bundesfinanzhof hat in zwei aktuellen Entscheidungen zu der Frage Stellung genommen, ob ein Arbeitnehmer die Kosten für Lehrgänge im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit als Werbungskosten geltend machen kann: In einem Fall (BFH-Urteil vom 28. August 2008 VI R 35/05 BStBl 2009 II S. 108) belegte ein Arbeitnehmer ein sog. „Blockseminar Supervision“ zur Persönlichkeitsentfaltung mit dem Schwerpunkt Kommunikation und Kundenansprache sowie anschließendem dreijährigen Weiterbildungsseminar zu den Themen Kommunikation, Führung und berufliche Haltung. Indizien für die berufliche Veranlassung (und damit für die Anerkennung als Werbungskosten) sind nach Auffassung des Bundesfinanzhofs insbesondere der Praxisbezug der Lehrinhalte, der Ablauf des Lehrgangs und die teilnehmenden Personen. Aufwendungen für derartige Lehrgänge können – so das Gericht – auch dann beruflich veranlasst sein, wenn Grundlagenwissen vermittelt wird und der Erwerb der Grundlagenkenntnisse die Vorstufe zum Erwerb von Spezialwissen bildet. Gegen eine berufliche Veranlassung spricht jedenfalls nicht, dass der Lehrgang mit Teilnehmern (Führungskräften) aus anderen Berufsgruppen zusammengesetzt ist. Nach entsprechenden Grundsätzen hat der Bundesfinanzhof die Kosten für einen sog. NLP-Kurs zur Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit steuermindernd anerkannt (BFH-Urteil vom 28. August 2008 VI R 44/04 BStBl 2009 II S. 106). Ausschlaggebend dabei waren die Durchführung des Lehrgang durch einen berufsmäßigen Veranstalter, die berufsbezogenen Lehrinhalte (Kommunikations-) Fähigkeiten waren unbeachtlich, da diese Bestandteile der Führungsqualifikation des Arbeitnehmers waren.
Mehr Komfort für Kunden
Facepro besteht aus einer weichen, durchsichtigen Folie und wird ganz einfach mittels Klebestreifen auf der Stirn des Kunden knapp oberhalb der Augenbrauen angebracht. Dadurch wird das Schnitthaar vom Gesicht abgelenkt und Haut, Mund und Augen sind geschützt und bleiben sauber. Der neue Facepro ist die elegante, moderne und hygienische Lösung! Kurz gesagt:
Eine Qualitätssteigerung für jeden Salon!