Newsletter 02/2010
Salonhopping - oder die neue Untreue
Dass die Friseurtreue ein Relikt aus dem letzten Jahrtausend ist, dürfte nichts Neues sein.
Zwischenzeitlich spüren aber immer mehr Friseure, dass diese Entwicklung in eine neue Stufe, eine neue Qualität führt. Die Entwicklung kann mit einem neueren Begriff tituliert werden: „Salonhopping“.
Noch einmal – Kunden wechseln schon seit Jahren immer häufiger den Friseur, aber wenn es zum Allgemeinverhalten der Bevölkerung wird, so dürfen wir uns dem nicht mehr verschließen.
„Salonhopping“ spüren gerade Friseure im Mittelfeld und im gehobenen Segment – warum? Ganz einfach, weil sie in aller Regel eine überschaubare Kundenstruktur haben.
Discounter in Frequenzlagen arbeiten mit einer morphosen, gesichtslosen Masse. Als Friseur im Mainstream und gehobenen Segment haben Ihre Kunden Gesichter, Namen und Geschichten. Umso persönlicher wird das „Fremdgehen“ von vielen Friseuren genommen. Eine nachvollziehbare, aber geschäftsschädigende Einstellung.
Erstaunlich ist die Entwicklung, wenn man bedenkt, dass es gerade die vermeintlich guten Friseure trifft. Vor Jahren wurde bereits der neue Endverbraucher definiert, der morgens bei Aldi einkauft und am Abend in ein erstklassiges Restaurant geht. Diese Entwicklung ist jetzt beim Friseur angekommen.
Immer häufiger lässt er die „kleine Dienstleistung“ (Nachschnitt, Ansatzfarbe) beim Discounter oder scheinbar billigeren Friseur um die Ecke machen. Die tolle Farbe oder den Formschnitt gönnt er sich dann wieder bei Ihnen. Einerseits könnte uns das stolz werden lassen, andererseits können wir von Stolz alleine weder unsere Mitarbeiter,
noch unsere Miete bezahlen. Vom Skiurlaub brauchen wir dann gar nicht mehr sprechen. Rein statistisch geht die deutsche Frau noch knapp 5,5 Mal pro Jahr zum Friseur. Wird nur ein einziges Mal woanders hingegangen, so entspricht dies einer Minderung von 18 %.
Wenn wir dies zugrunde legen, so kommt unsere Kundin noch knapp drei Mal pro Jahr zu uns, sprich alle drei Monate. Natürlich ist dies ein rein rechnerischer Wert und dürfte so in der täglichen Praxis kaum vorkommen. Aber dass es relevante Auswirkungen haben wird, davon müssen wir alle ausgehen.
Bei einem Nichtreagieren sind folgende Ergebnisse zu erwarten:
- Weniger Besuche pro Jahr.
- Weniger Umsatz pro Jahr.
- Weniger gut ausgelastete Mitarbeiter.
- Weniger gute Lohnanteile.
- Steigende Fixkostenanteile.
- Weniger Rendite.
- Bindende Kontostände.
- Verlust der Lebensqualität.
Bei einer konsequenten Herangehensweise an das Aufgabenspektrum können wir mit folgenden Ergebnissen rechnen:
- Mehr Besuche pro Jahr.
- Mehr Umsatz pro Jahr.
- Besser ausgelastete Mitarbeiter.
- Bessere Lohnanteile.
- Sinkende Fixkostenanteile.
- Steigende Rendite.
- Entspannte Kontostände.
- Steigerung der Lebensqualität.
Wenn wir das Szenario eins haben wollen, so müssen wir nichts weiter machen. Wir arbeiten in gewohnter Qualität und Intensität weiter.
Wenn wir das Szenario zwei haben wollen, so sollten wir uns folgendes vergegenwärtigen:
Warum geht ein Kunde fremd?
Weil er der Überzeugung ist, auch beim billigeren Friseur eine vernünftige Frisur zu bekommen.
Weil er den bei Ihnen gelebten Mehrwert nicht wirklich wertschätzt. Weil unsere Öffnungszeiten in vielen Fällen nicht mehr dem Kundenbedürfnis entsprechen.
Weil unsere angestrebte Qualität, die den höheren Preis rechtfertigen soll, nicht von allen Mitarbeitern gelebt und verkörpert wird.
Zum letzten Punkt ein Beispiel:
Eine Kundin sitzt am Waschbecken und erhält eine Kopfmassage. Sie hat die Augen geschlossen und genießt die Behandlung. Plötzlich öffnet sie die Augen und schaut ihre Masseurin an. Was sieht sie? Konzentriert sich die Mitarbeiterin auf die Kundin, oder blickt sie sonst wohin, während sie ihren Job macht?
Kunden gehen fremd, weil sie eine Alternative haben! Fragen Sie einen Kunden nach einer Alternative, wird er Ihnen sehr schnell eine nennen können. Das kann Jeder. Aber wenn dem so ist, dann ist dies auch gleichzeitig unsere große Chance. Denn auch beim Mitbewerber gehen die Kunden fremd. Es stellt sich nur die Frage, ob sie dann zu Ihnen kommen.
Es geht also darum, dass wir für den potentiellen „Fremdgeher“ interessant werden. Wann sind wir interessant? Wenn man uns kennt, weiß wo wir sind, wann wir geöffnet haben, was wir anzubieten haben und was wir kosten.
Sehr viele Friseure sind als „teuer“ verschrien. Das verhindert in aller Regel mehr als es bringt. Grundsätzlich sollte es heute Jedem klar sein, dass nichts gekauft wird, von dem der Preis nicht bekannt ist. Das liegt einfach daran, dass das schwer verdiente Geld bewusst ausgegeben wird.
Wo können daher für uns als aktive Friseure erfolgreiche Lösungsansätze liegen?
- Wir müssen in der Endverbraucherwahrnehmung nachhaltig präsent sein.
- Wir müssen klar definiert sein.
- Die regionale Bevölkerung muss genau wissen, wo wir sind. Unsere Öffnungszeiten schmecken dem Kunden und nicht den Mitarbeitern. Jeder muss sofort erkennen können, was wir leisten und kosten.
- Wir sind im Internet erstklassig vertreten.
- Wir haben ein Kundenmanagementsystem.
- Wir arbeiten mit Aktionen.
- Wir betreiben nachhaltige Pressearbeit.
- Wir gehen sorgsam mit der Zeit unserer Kunden um.
- Wir leben die „Fachgeschäft-Philosophie“.
- Wir leben, was wir verkaufen.
- Wir kommunizieren nachhaltig, was wir tun und was für uns steht. Jeder Mitarbeiter kann in 5 Sekunden sagen, weshalb ein Kunde gerade zu uns kommen soll.
- Wir sind in jedem Augenblick sorgsam.
- Wir sind im regionalen Vereins- und Kulturleben präsent.
- Wir arbeiten an nachhaltigen Kooperationen.
- Wir sind als regionaler Arbeitgeber interessant.
- Wir bieten alternative Preisschienen.
- Wir werden zu Gastgebern.
- Wir stellen uns unserer Verantwortung.
- Wir arbeiten jeden Tag an unserer und der Qualität aller Mitarbeiter.
Natürlich ist das ausgeführte Arbeit und nicht einfach. Aber es hat uns niemand in der Geburtsurkunde verbrieft, dass wir einen leichten Job haben werden. Ich darf Sie aber gleichzeitig beruhigen, die Aufgaben sind so vielfältig, dass es kaum einer Ihrer Kollegen in der Nachhaltigkeit angehen wird. Damit stehen für Sie als aktive UnternehmerInnen alle Türen und Tore sperrangelweit offen.
Die Welt wartet auf Sie, worauf warten Sie noch.
Alle Jahre wieder !!
Auch zum Jahreswechsel 2009 zu 2010 wurden die deutschen Steuergesetze abermals geändert. Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Änderungen in Kurzform:
Der Grundfreibetrag, ab dem die Besteuerung in der Einkommensteuer beginnt, wurde von 7.843,- € auf 8.004,- € erhöht. Unter diesem Freibetrag unterbleibt die Besteuerung der erzielten Einkünfte.
Der kindesbezogene Freibetrag wurde von 6.024,- € auf 7.008,- € pro Jahr erhöht. Das Kindergeld beträgt ab 2010:
184,- € für das erste und zweite Kind (vorher 164,-€)
190,- € für das dritte Kind (vorher 170,-€)
215,- € für alle weiteren Kinder (vorher 195,-€)
Der Grenzbetrag für die eigenen Einkünfte eines volljährigen Kindes wurde von 7.680,- € auf 8.004,- € erhöht, erst beim Überschreiten dieser Grenzen geht der Anspruch auf Kindergeld bzw. Kinderfreibetrag verloren.
Der Höchstbetrag für steuerlich abzugsfähige Unterhaltsleistungen wurde auf 8.004,- € pro Jahr erhöht. Im neuen Jahr wurde der Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen deutlich verbessert. Ehegatten können ab 2010 wählen, ob sie nach den üblichen Lohnsteuerklassen ihren Lohnsteuerabzug vom Arbeitgeber berechnen lassen (Klasse 4/4 oder 3/5) oder ob sie das neue Faktorverfahren anwenden.
Bei dem neuen Verfahren wird der „Splittingeffekt“ (Vorteil der Zusammenveranlagung) bei Ehegatten auf beide Partner verteilt. Mehr Informationen erhalten Sie online unter: www.abgabenrechner.de
Die Abschreibung von sogenannten geringwertigen Wirtschaftsgütern wurde abermals geändert.
Ab 2010 können die Steuerpflichtigen pro Geschäftsjahr wählen, ob sie die gekauften Wirtschaftsgüter bis 410,- € Nettowert wieder wie früher sofort abschreiben oder ob sie die Neuregelung ab 2008 fortführen, bei der alle Wirtschaftsgüter im Wert von
150,- € bis 1.000,- € in einem Sammelposten erfasst und auf fünf Jahre abgeschrieben werden.
Ab 01.01.2010 verringert sich die Hinzurechnung von Mietzahlung von Unternehmern bei der Gewerbesteuer.
Die Regelung wird aber aufgrund des Freibetrags von 100.000,- € für die Zurechnung von Mieten, Leasing und Zinsen die wenigsten kleineren Unternehmen betreffen, da sie bereits vorher keine Zurechnung über dem Freibetrag hatten.
Für Neurentner erhöht sich der steuerpflichtige Anteil der Rente von 58 % auf 60 %, für diejenigen, die bereits Rente erhalten bleibt der steuerpflichtige Anteil der Rente unverändert.
In der Erbschaftssteuer wurden die Steuersätze der Steuerklasse II (Geschwister, Nichten, Neffen, Tanten und Onkel) abgesenkt von 35 % - 50 % auf 15 % - 43 % (je nach Höhe des Erwerbs).
Bei der Übergabe von Unternehmen an die nächste Generation wurden die Vorschriften für die Weiterführung, die für die steuerschonende Übergabe zu beachten sind, abgemildert.
Soweit zu den wesentlichen Änderungen in Kurzform, bezüglich der für Sie wichtigen Änderungen und deren Auswirkungen sollten Sie, auch im Hinblick einer zukünftigen Planung Ihrer persönlichen Steuerlast, ihren Steuerberater einbinden.